Azione teatrale in due parti
Libretto nach Pietro Metastasio
Aufführungen in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Weitere Vorstellungen:
23., 26., 28., 30. Oktober 2010
2., 4., 6., 9., 11., 13., 16. November 2010
Beginn: 19.30 Uhr
Musikalische Leitung: Daniel Hoyem-Cavazza
Inszenierung: Yona Kim
Bühne: Evi Wiedemann
Kostüme: Linda Redlin
Lichtdesign: Norbert Blahous
Costanza: Eleni Voudouraki
Silvia: Chiara Skerath
Gernando: Juraj Holly
Enrico: Sebastian Huppmann
Orchester der Wiener Kammeroper
„L´isola disabitata“ wurde 1779 im Schloss Eszterháza uraufgeführt. Das Libretto von Pietro Metastasio ist schon vor Haydn von vielen Komponisten vertont worden unter anderen von Bonno, Holzbauer und Jommelli. Ein Zeichen für die überaus große Beliebtheit des Stoffes beim damaligen Publikum.
Mit seiner „L´isola disabitata“ schuf Haydn eine kleine Opera seria, die ihre Lebendigkeit einem anmutigen Balanceakt von lyrischen Grundstimmungen und immer wieder aufblitzenden dramatischen Akzenten verdankt. Dabei fallen besonders die durchweg vom Orchester begleiteten Rezitative auf. Sie motivieren die einzelnen Szenen theatralisch und zeichnen die Charaktere der Personen musikalisch sehr fein nach.
Die Handlung geht von einem Schiffbruch aus, der vor langer Zeit ein frisch vermähltes Paar, Costanza und Gernando, entzweite. Costanza blieb allein mit ihrer kleinen Schwester Silvia auf einer unbewohnten Insel zurück. Costanza ist verzweifelt, weil sie glaubt, dass Gernando sie mutwillig verlassen hat. Als eines Tages Gernando mit seinem Freund Enrico auf dieser ´Insel der Frauen` auftaucht, nimmt eine turbulente Geschichte von versteckten oder noch nicht gekannten Emotionen zwischen Mann und Frau ihren Lauf, am deren Ende zwei Paare glücklich werden.
Die Figurenkonstellation erinnert entfernt an das berühmte Liebesexperiment aus Mozarts „Così fan tutte“. Die konzentrierte Insel-Situation, wo zwei unterschiedliche Liebespaare aufeinander treffen und durch verschlungene Wege der Liebe gehen, bevor sie sich zueinander bekennen, ist so wunderbar zeitlos wie aktuell. Dieses „Werkchen“, das Haydn übrigens selbst hoch schätzte, scheint wie geschaffen zu sein für eine intime Bühne wie die Wiener Kammeroper.
Yona Kim